Login OnlineBanking
Vorstand Alexander Brehm im Dialog mit Prof. Gerlinde Groitl

Weltpolitik trifft Mittelstand: Globale Umbrüche und ihre Folgen für Oberfranken diskutiert

Sicherheitsexpertin Professorin Gerlinde Groitl zeichnet eindrückliches Bild der aktuellen weltpolitischen Lage

12. März 2026

Wie wirken sich geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und der zunehmende geoökonomische Wettbewerb konkret auf Unternehmen in der Region aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Presse-Dialog der VR Bank Bamberg-Forchheim im Rahmen des diesjährigen Forchheimer Wirtschaftsforum. „Weltpolitik trifft Mittelstand: Was jetzt auf unsere Region zukommt“, zu dem Vertreter aus Wirtschaft und Medien zusammenkamen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Impulsvortrag der renommierten Sicherheitsexpertin und Politikwissenschaftlerin Professorin Dr. Gerlinde Groitl vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Regensburg sowie Gründerin des ISS Instituts für Sicherheit und Strategie in München. Sie zeichnete ein eindrückliches Bild der aktuellen weltpolitischen Lage und machte deutlich, dass geopolitische Entwicklungen längst direkten Einfluss auf regionale Wirtschaftsstrukturen nehmen. Handelskonflikte, sicherheitspolitische Spannungen und strategische Abhängigkeiten führten zu „einer neuen Ära der Polykrisen, der Gleichzeitigkeit ungleicher Herausforderungen“, so Groitl, und veränderten Lieferketten, Investitionsentscheidungen und Marktstrategien weltweit – mit spürbaren Konsequenzen auch für mittelständische Unternehmen in Oberfranken.

Wirtschaft braucht mehr Verlässlichkeit und bessere Rahmenbedingungen

In der anschließenden Diskussionsrunde beleuchteten regionale Wirtschaftsvertreter und Unternehmer aus dem oberfränkischen Raum die praktischen Auswirkungen dieser Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven. Alexander Brehm, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VR Bank Bamberg-Forchheim, betonte die wachsende Bedeutung geopolitischer Risiken für Finanzierungen und Investitionsentscheidungen. Unternehmen müssten heute deutlich stärker als früher internationale Entwicklungen in ihre strategische Finanz-Planung einbeziehen. Gleichzeitig mahnte Brehm, Themen wie Digitalisierung und KI in den Zukunftsstrategien im Blick zu behalten.

Dr. Michael Waasner, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken und geschäftsführender Gesellschafter der Gebr. Waasner Elektrotechnische Fabrik GmbH, unterstrich die zentrale Rolle stabiler internationaler Rahmenbedingungen für exportorientierte Unternehmen der Region. Gleichzeitig verwies er auf die Anpassungsfähigkeit des oberfränkischen Mittelstands, der auch in unsicheren Zeiten Chancen erkennen und nutzen könne. Voraussetzung sei allerdings eine wirtschaftsfreundlichere Politik.

Dr. Michael Waasner, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken und geschäftsführender Gesellschafter der Gebr. Waasner Elektrotechnische Fabrik GmbH
Dr. Michael Waasner, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken und geschäftsführender Gesellschafter der Gebr. Waasner Elektrotechnische Fabrik GmbH
Matthias Graßmann, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken und Geschäftsführer der Scherbaum GmbH in Bamberg
Matthias Graßmann, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken und Geschäftsführer der Scherbaum GmbH in Bamberg
Markus Giegold, geschäftsführender Gesellschafter der House of Sports Gruppe in Eckental
Markus Giegold, geschäftsführender Gesellschafter der House of Sports Gruppe in Eckental

Aus Sicht des Handwerks hob Matthias Graßmann, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken und Geschäftsführer der Scherbaum GmbH in Bamberg, hervor, dass geopolitische Entwicklungen inzwischen auch handwerkliche Betriebe direkt betreffen. Grund hierfür seien nicht nur unterbrochene Lieferketten, gestiegene Materialkosten oder Veränderungen auf den Energiemärkten bis hin zum Fachkräftemangel, sondern ein enormer Reformstau sowie ein mangelnder Bürokratieabbau.

Unternehmerische Praxis brachte auch Markus Giegold, geschäftsführender Gesellschafter der House of Sports Gruppe in Eckental, in die Diskussion ein. Er betonte, dass es notwendig sei, Unternehmen von innen heraus zu stärken, Mitarbeitende entsprechend zu motivieren und Arbeit und Leistung wieder als Grundlage sinnstiftenden Lebens zu erkennen.

Krise als Chance für Innovation und Neuausrichtung

Der Presse-Dialog machte deutlich: Globale politische Entwicklungen sind längst keine abstrakte Größe mehr, sondern beeinflussen ganz konkret wirtschaftliche Entscheidungen in der Region. Gleichzeitig wurde in der Diskussion deutlich, dass gerade der oberfränkische Mittelstand über eine hohe Anpassungsfähigkeit verfügt und neue Rahmenbedingungen auch als Chance für Innovation und strategische Neuausrichtung nutzen kann.

Die Veranstaltung verband internationale Analyse mit regionaler Perspektive und bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit zum intensiven Austausch über die Herausforderungen und Chancen, die sich aus den aktuellen weltpolitischen Veränderungen für die Wirtschaft in Oberfranken ergeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Über uns

Das ist Ihre VR Bank Bamberg-Forchheim

Engagement

Unsere Verantwortung für die Region

Veranstaltungen

Alle Events in der Übersicht