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VR Bank-Unternehmerforum bei Auto-Scholz in Bamberg zum Thema Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge als Zukunftsfrage des Mittelstands

VR Bank-Unternehmerforum zum Trend-Thema Unternehmensnachfolge im Mittelstand

26. Juni 2026

Die Unternehmensnachfolge wird für den Mittelstand zunehmend zur Zukunftsfrage. Rund 2.500 Unternehmen mit etwa 43.000 Beschäftigten in Oberfranken stehen in den kommenden Jahren vor der Herausforderung, eine passende Nachfolgelösung zu finden. Wie dieser Wandel erfolgreich gelingen kann, zeigte das VR Bank-Unternehmerforum am vergangenen Dienstag, bei dem rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region Erfahrungen und Lösungsansätze austauschten.

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer der Babyboomer-Generation bereiten gerade die Übergaben ihrer Unternehmen vor. Gleichzeitig aber sinkt die Zahl potenzieller Nachfolgerinnen und Nachfolger. Damit wird Nachfolge zunehmend zu einer zentralen Zukunftsfrage für die wirtschaftliche Stärke der Region. „Unternehmensnachfolge ist keine ausschließliche Familienentscheidung mehr, sie ist zu einer Standortfrage geworden“, so Alexander Brehm, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VR Bank Bamberg-Forchheim. Auch Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier, der den aktiven Austausch mit den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern an diesem Abend suchte, unterstrich die Bedeutung des Mittelstandes: „Der Mittelstand ist Rückgrat unseres Wirtschaftsstandortes und der Innovationskraft der Region.“

Der wahre Wert des Unternehmens entscheidet

Obwohl viele Unternehmen eine familieninterne Übergabe favorisieren würden, wird heute bereits jedes zweite Unternehmen verkauft statt vererbt, so Franz Xaver Steidel von der DZ Bank in seinem Vortrag über den wahren Wert eines Unternehmens. Den Grund hierfür sieht Steidel in der zunehmenden Scheu vor dem unternehmerischen Risiko und im Trend der Work-Life-Balance jüngerer Generationen gemäß dem Lebensmotto „Nine-to-five statt 24/7“. An Investoren fehle es stattdessen kaum, eher an Verkäufern wirklich profitabler Unternehmen, so Steidel.

Profitabilität stand auch im Fokus bei der Nachfolgeübergabe der Trosdorfer Landbäckerei der Familie Gramß, ein Praxisbeispiel eines erfolgreich vollzogenen Unternehmensverkaufs. „Für die Ermittlung des eigenen Unternehmenswertes braucht es die Zusammenarbeit mit Experten aber auch den Erfahrungsaustausch mit Geschäftspartnern, die bereits erfolgreich übergeben haben“, so Professor Dr. Rupert Gramß. Schließlich ginge es, so der ehemalige Inhaber der Trosdorfer Landbäckerei, neben der Zukunftssicherung des unternehmerischen Lebenswerks auch letztendlich um die Sicherung des eigenen Lebensstandards im Alter. 

Kompromisse sind oft die besseren Lösungen

Wie Tradition und Transformation innerhalb einer Familie verbunden werden können, zeigte die Nachfolge bei der Auto Scholz Gruppe. Der Generationenwechsel wurde als Beispiel dafür vorgestellt, wie Dialog, Vertrauen und gemeinsame Entscheidungen eine erfolgreiche Übergabe ermöglichen. „Zuhören, bewerten und gemeinschaftlich entscheiden, diese Fähigkeit macht den Weg von der ursprünglichen Vater-Tochter-Beziehung zur heutigen Geschäftspartnerbeziehung aus“, so Michael Eidenmüller. Juniorchefin Fiona Eidenmüller ergänzte: „Kompromisse sind oft notwendig, aber gerade sie führen meist zu den besseren Lösungen für das Unternehmen.“

Auch Michael Hundt von der Hundt Elektrosysteme Hermann Hundt Ing. GmbH berichtete über seinen Weg in die Unternehmensnachfolge. „Ursprünglich hatte ich einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen, der mir rückblickend Fähigkeiten ermöglichte, die ich jetzt im Familienbetrieb anwenden kann“, so Michael Hundt. Sein Vater Wolfgang Hundt übertrug ihm schrittweise Verantwortung, unter anderem im Qualitätsmanagement. Entscheidend sei dabei gewesen, Verantwortung wachsen zu lassen und Vertrauen innerhalb der Belegschaft aufzubauen.

Nachfolge braucht Zeit und Offenheit

Thomas Schwarz, Vorstand der VR Bank Bamberg-Forchheim, betonte in seinem Fazit die Bedeutung der frühzeitigen Auseinandersetzung mit dem Thema Unternehmensnachfolge. „Eine erfolgreiche Nachfolge ist Langstrecke. Eine Übergabe von drei bis sieben Jahren ist keine Seltenheit“. Wichtig sei, frühzeitig zu starten, den tatsächlichen Unternehmenswert zu kennen und offen für verschiedene Wege zu sein. „Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Entscheidend ist, Optionen zu prüfen und die passende Lösung für das jeweilige Unternehmen zu finden,“ so Schwarz. Die VR Bank Bamberg-Forchheim begleitet diesen Prozess mit erfahrenen Expertinnen und Experten für Austausch, Beratung und Begleitung.

Foto: Dirk Peter

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